Über uns

 
Unsere Kirchengemeinde hat eine über hundertjährige Geschichte. Alte Traditionen, Entwicklungen und Neuorientierung prägen unsere Gemeinschaft.
Ein offenes Zuhause, Herzensort für alle Generationen, engagiert und in voller Blüte – wir freuen uns sehr darüber, dass man unsere schöne Gemeinde heute so oder ähnlich beschreiben kann. Doch aller Anfang ist klein. So hat auch die evangelische Kirchengemeinde dieses Städtchens ihre Anfänge vor etwas mehr als 100 Jahren gefunden. Damals war Herbolzheim noch eine rein katholische Stadt. Heute ist jeder vierte Bewohner der Kernstadt evangelisch.
Ins Rollen kam diese Entwicklung durch die im 19. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung: Vor allem die Leinenweberei Kuenzer, die 1830 als erstes regionales Industrieunternehmen gegründet wurde, und mehrere Zigarrenfabriken stoppten die bis dahin übliche Auswanderung aus dem Ort. Mehr noch, die Industrie blühte auf und zog viele neue Menschen in die Herbolzheimer Gegend. Einige der Zugezogenen kamen aus Gemeinden, die zur Markgrafschaft Baden gehört hatten. Somit brachten sie erstmals eine evangelische Prägung mit nach Herbolzheim. Im Laufe der Geschichte sollte die Gemeinde stetig neuen Zuwachs bekommen, unter anderem durch die nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Osten Vertriebenen oder durch den Zuzug russischer Spätaussiedler 1990. Somit wuchs auch der Anteil der Evangelischen in Herbolzheim stetig an.
Damals waren die Herbolzheimer Evangelischen noch Mitglieder der Kirchengemeinde Wagenstadt, später ab 1895 gehörten sie zum Seelsorgebereich der Evangelischen Gemeinde Kenzingen. Wer damals evangelisch war, hatte somit als Herbolzheimer zwei Heimstätten: den eigentlichen Wohnsitz und die kirchliche Heimat.
 
Dementsprechend war es für die Herbolzheimer Evangelischen ein großer Anlass zu feiern, als 1908 die Kirche am Berg fertig war! Hier fanden jede zweite Woche und an christlichen Festtagen Gottesdienste statt. 1947 bekam Herbolzheim dann einen eigenen Seelsorger, 1954 sogar ein selbstständiges Pfarramt. Unser heutiger Posaunenchor entstand in eben diesem Jahr.
Jede Pfarrerin und jeder Pfarrer bereicherte die Gemeinde mit seinen Stärken. Für mehr Struktur im Gemeindeleben ließ Pfarrer Fritz Wenzel von 1960 – 1966 das Gemeindezentrum, bestehend aus einem Kindergarten, einem Gemeindehaus und dem Pfarrhaus, erbauen. Später, unter Pfarrer Helmut Nolte begann die Zusammenarbeit mit der Katholischen Gemeinde Herbolzheims, die bis heute ihre Früchte trägt. Pfarrer Oliver Wehrstein ließ die Familien- und Jugendarbeit aufblühen, sodass sich Jung und Alt zugehörig fühlen. Unter seiner Regie wurde das neue Gemeindezentrum gebaut.
Pfarrerin Octavia von Roeder stärkte das geistliche Leben und förderte die Vernetzung innerhalb der Kirchengemeinde, zu den Teamgemeinden und in den städtischen Sozialraum.
Pfarrerin Luisa Bernecker legt ihren Schwerpunkt auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und führt die begonnene Vernetzung fort. Zudem ist sie federführend an der Fusion der Teamgemeinden zur „Kirchengemeinde im nördlichen Breisgau“ beteiligt.
Auch die einzelnen Gemeindeglieder und Gruppen gestalteten und gestalten unsere Gemeinde mit, sodass sie von Jahr zu Jahr an Charme gewinnt: Doris Brandt gründete 1981 den Flötenkreis; seit 1991 fand der große Weihnachtsbasar in der Breisgauhalle statt, der 2022 vom Lichtermarkt im Evangelischen Gemeindezentrum abgelöst wurde; die Pfadfinder schlugen 2005 auch in Herbolzheim ihre Wurzeln und wurden 2007 offiziell beim Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) aufgenommen.
So war in Herbolzheim im Laufe der Zeit die eigenständige evangelische Gemeinde entstanden, wie wir sie heute kennen. Sie ist von blühendem Leben geprägt und ein offenes Zuhause. Jeder kann etwas bewegen und beitragen, jeder ist bei uns willkommen!